Außenansicht der modernen weißen Kirche St. Ulrich mit Bäumen und Gräsern Vordergrund
Innenraum der Kirche St. Ulrich mit Sitzbänken und im Hintergrund ein weißer Altar und ein goldenes Bild an der rötlichen Steinwand

Sankt Ulrich

Am 17. Juli 1986 wurde die Kirche geweiht. Zur Pfarrei St. Ulrich gehören die „Alte Kirche St. Ulrich“ und die, „Neue Kirche St. Ulrich“.

Kleine Unterschleißheimer Kirchengeschichte

Eine christliche Gemeinde gibt es in Raum des heutigen Unterschleißheims bereits im 8. Jahrhundert.

Im Jahr 1260 bestätigt Papst Alexander IV. in einer Bulle dem Kloster Weihenstephan eine Pfarrei, zu der auch die Kirchen in Mallertshofen und Unterschleißheim gehören. In Urkunden von 1518 und 1524  wird deren Namen Kirche St. Ulrich genannt. Die vorher im Stil der Renaissance gestaltete Kirche wurde 1850 barockisiert und war lange Zeit Filialkirche von St. Martin, Mallertshofen, später Filialkirche der Pfarrei Garching.

Erst 1937 wird die eigenständige Kuratie Unterschleißheim errichtet mit dem Sitz bei der heute „Alte Kirche St. Ulrich“ genannten Kirche, Hauptstraße 38. 1951 wird zusätzlich als Tochter die Kirche St. Korbinian, Bezirksstraße 25, für den OT Lohhof von Unterschleißheim eingeweiht und 1958 zur Pfarrei, mit St. Ulrich und St. Martin als Filialkirchen, erhoben. Die heutige 1986 errichtete Pfarrei St. Ulrich ist also wiederum Tochter von St. Korbinian, als Kirche Enkel der Alten Kirche St. Ulrich.

Von 1956 bis 1958 nützt die St. Ulrichskirche als Simultankirche die evangelische Gemeinde Unterschleißheims. Sie wächst so stark, das 1961/62 die Genezarethkirche an der Alleestraße 57 gebaut wird; 1977 wird diese Kirche Pfarrstelle.  Zur Entlastung der Genezarethkirche wird 1996 das Maria-Magdalena-Haus als  Zentrum des Sprengels Unterschleißheim-West (Gerhart-Hauptmann-Straße 10) gebaut. Die ca. 2300 Evangelischen dort sind inzwischen etwas mehr als die im Sprengel Lohhof. Mehr dazu Link zur evangelischen Kirche Unterschleißheim.

Die Stadt Unterschleißheim hat jetzt 5 Ortsteile: Hollern, Lohhof, Lohhof-Süd, Riedmoos und Unterschleißheim (alt). Die ca. 12.000 Katholiken verteilen sich fast gleichmäßig auf zwei Pfarreien, neben St. Ulrich (Neue Kirche) inzwischen mit der Alten Kirche St. Ulrich, beide im alten Ortsteil Unterschleißheim, gibt es im, zwischen 1946 und 1960 stark angewachsenen, Ortsteil Lohhof seit 1950 die Pfarrei St. Korbinian (2014:  St. Korbinian 5.014,  St. Ulrich 4.849).  Bis dahin gab es nur die alte Kirche St. Ulrich im alten Ortsteil Unterschleißheim, die seit 1972 von der Pfarrgemeinde St. Ulrich weiter als „Alte Kirche St. Ulrich“ genutzt wird.

Seit 1.Juni 2016 bilden St. Korbinian und St. Ulrich den Pfarrverband Unterschleißheim – St. Ulrich und St. Korbinian; der Sitz der Leitung des Pfarrverbands ist St. Ulrich. Im Pfarrverband entwickelt einerseits jede Pfarrei ihr gewachsenes Profil weiter und bauen andererseits beide Pfarreien die auch bisher schon bestehenden Kooperationen weiter aus.

Kirchenführer zu St. Ulrich (Neue Kirche)  /  Kunst in St. Ulrich

Mit dem starken Ausbau der Gemeinde Unterschleißheim (14 km nördlich von München), vor allem um den 1977 errichteten S-Bahnhof Unterschleißheim  zur inzwischen größten Stadt im Landkreis München mit 2017 ca. 30.000 Einwohnern (1970: ca. 8.000)  war eine zusätzliche Pfarrei und Pfarrkirche erforderlich. Zu St. Korbinian mit der Alten Kirche St. Ulrich kam die neue Pfarrei St. Ulrich.

Bau von St. Ulrich (Neue Kirche)

Die Kirche und das Pfarrzentrum wurden, nach Jahren mit Provisorien (Holzkirche, Oase, Gast im Sehbehinderten-Zentrum), von 1984-86 nach Plänen des oberbayerischen Architekten Hans Maurer (1926 … 2001) gebaut. Die Einweihung und die Erhebung zur Pfarrei erfolgten am 17. Juli 1986.

 Durch die Abhebung dieses Daches vom Mauerwerk fällt das Licht in die Kirche;  zusätzliches Licht kommt durch die Fenster an den Seiten der Altarwand. Licht definiert so die Mitte der Kirche.
Das Mauerwerk hat Sichtziegelwände, die Dachkonstruktion ist in Holz mit einer Stahlunterspannung ausgeführt. Die linke Sichtziegelwand ist vorgezogen und gibt damit Platz für eine Seitenkapelle, in der sich hinten das Taufbecken, daneben der Beichtraum und vorne der Tabernakel befinden. Sie wird sowohl für traditionelle Werktags Gottesdienste als auch für Meditationen und das regelmäßige ökumenische Abendgebet mit Elementen aus Taizé  genutzt.

Der rechts von dem Haupteingang eigens stehende Turm mit  31 m Höhe ist eine quaderförmige schlanke Stahlbetonkonstruktion mit Holzlamellen vor den Glocken; seit 2009 zeigt eine Uhr an drei Seiten des Turms die Zeit an. Die drei Glocken tragen die die Namen „St. Ulrich“, „Gottesmutter Maria“ und „Don Bosco“.

Um den Kirchplatz, mit einem vorgelagerten Seerosenteich, gruppieren sich das Jugendheim, das Pfarrheim, das Sozialzentrum, das Pfarrhaus und der integrative Kindergarten verbunden mit einem Fußgängerweg, der, von der S-Bahn Haltestelle Unterschleißheim kommend, über die Straße „Am Klosterfeld“  bis zur Hauptstraße führt

In der Mitte dieses Ensembles steht die neue Kirche St. Ulrich  mit einem Grundriss von 20 × 20 m und einem von Ost nach West verlaufendem Giebeldach.

Kunst in St. Ulrich (Neue Kirche)

Die Bronzerosette auf goldenem Hintergrund über dem Altar wurde 1986 vom Rosenheimer Künstler Josef Hamberger (*1925) geschaffen. Sie zeigt in der Mitte ein Lamm, umgeben von in mehreren Kreisen angeordneten Kreuzen. Sie bringt sichtbar zum Ausdruck, wie sich diese Gemeinde versteht: Sie versammelt sich um den Tisch des Herrn, entfernt oder näher, sich einander und Anderen öffnend und für Einander und Andere da seiend, wie Jesus, das Lamm im Zentrum: Gott ist mitten unter uns.

Josef Hamberger war es wichtig bei der Konzeption seiner Kunstwerke, einerseits mit den Menschen der Pfarrei zu sprechen, auf sie einzugehen und andererseits sich mit dem Architekten für eine bestmögliche harmonische Gesamtwirkung abzustimmen.

In einem Interview im Jahr 2000 wurde er gefragt, in welchen Kirchen er sich besonders wohl fühle, wo die  christliche Botschaft die Betrachter und Besucher am ehesten erreiche.
Unter den drei von ihm genannten Kirchen war auch die Kirche St. Ulrich in Unterschleißheim und er begründet dies so: „Es ist der Klang. Ist der Klang des Raumes, von denen es abhängt ob ich mich wohl fühle.“ Für ihn seien die gelungenen Proportionen ein Qualitätsmerkmal.

Am 15. Januar 2006 wurde ein neues Vortragekreuz geweiht, das der Obermenzinger Künstler Otto Baier (*1943) passend zu den vorhandenen Elementen in der Kirche aus Schmiedebronze mit einem innen blattvergoldeten Kreuz geschaffen hat.

Die Stationsbilder des Kreuzwegs an den beiden Seitenwänden wurden 1985 von Jugendlichen der Pfarrei nach Emailletafeln des Künstlers Michael Weingartner gestaltet. Die Originale befinden sich im Missio-Haus in Aachen.

Orgel St. Ulrich (Neue Kirche)

Die moderne Orgel der Firma Sandtner wurde 2001 eingeweiht. Link zur Orgel St. Ulrich.

Kirchenführer Alte Kirche St. Ulrich

Kirchenführer Alte Kirche St. Ulrich

Die erste Kirche in Nieder-/ Unterschleißheim unterstand als  Kuratie  zunächst dem  Pfarrer von Mallertshofen und später viele  Jahrhunderte dem von  Garching.  In Urkunden von 1315 und 1524 wird eine Filialkirche St. Ulrich mit einem Friedhof in Niederschleißheim genannt.  1518 wird eine Stiftung zur Finanzierung eines Kaplans errichtet. Erst 1937 wird St. Ulrich die eigenständige Kuratie Unterschleißheim.

Bau von St. Ulrich, Alte Kirche

Die Fundamente der Kirche stammen aus dem 12. Jh. Ursprünglich  war  sie  eine  kleine  Saalkirche  mit  einem  Sattelturm. Die vorher im Stil der Renaissance gestaltete Kirche wurde 1850 barockisiert; dazu gehörte der heute noch bestehende Zwiebelturm mit drei Glocken;  auch die  Sakristei,  die  Seitenkapelle und der Eingang wurden in den folgenden Jahren angebaut.

Der  Friedhof um die Kirche wird von einer Mauer umgeben, die schon im 17. Jh. in den Annalen erwähnt wird.